Der Kommentar zu den “Ausschreitungen” in Düsseldorf: Warum sind dann an Silvester und beim Fußball in Neapel Raketen erlaubt?

von am 16. Mai 2012 in Justiz & Polizei, SLIDER, Sport
Gefördert durch Werbung und Produktplatzierungen!

Der Kommentar zu den “Ausschreitungen” in Düsseldorf: Warum sind dann an Silvester und beim Fußball in Neapel Raketen erlaubt?

Düsseldorf / Schweinfurt – Natürlich fällt das negativ auf den Fußball zurück, wenn kurz vor dem Ende schon hunderte Zuschauer in Düsseldorf den Platz stürmen, um den Aufstieg weit vor dem Abpfiff zu feiern. Dass man medial aufgrund dieser Vorkommnisse nun von “Ausschreitungen” spricht und von “Chaoten”, muss nach Meinung des inundumsw.de-Autors Michael Horling aber auch aus ganz anderen Sichtweisen betrachtet werden. Denn was am späten Dienstagabend im Stadion des Bundesliga-Aufsteigers passierte, ist kein Problem des Fußballs, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung, gegen die anscheinend niemand etwas unternehmen möchte.

1.) flogen aus dem Berliner Block während der Partie Raketen und wurden bengalische Feuer gezündet. Das hat im Stadion nichts zu suchen. Aber: Wieso werden überhaupt Raketen und bengalische Feuer im freien Verkauf angeboten? Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel macht die Geschäftswelt mächtig Kasse damit. An Silvester gilt es als absolut unverzichtbar, für mindestens eine halbe Stunde den Himmel erleuchten zu lassen. Wer fragt in diesen Stunden danach, wie gefährlich das ist? Überall passieren nicht nur in Deutschland zum Jahreswechsel Unfälle durch unnötige Raketen und durch Feuer. Im alkoholisierten Zustand werden Feuerwerke in Richtung von Personengrupen abgeschossen. Macht ja auch Spaß nach ein paar Gläsern Sekt, oder? Niemand fragt danach, wie sehr sich in diesen Minuten unsere Tierwelt fürchtet. Keiner denkt, anscheinend aus finanziellen Gründen, über ein Verbot nach. Zu sehr sind die Millionen an Umsatz mit den Böllern wichtig. Was an Silvester genehmigt ist oder zumindest geduldet wird, nämlich mit gefährlichem Material auf Personen zu zielen, ist für manche Personen dann anscheinend auch im Stadion erlaubt.

...weiterlesen - nach einer ANZEIGE:

2.) ist es mal wieder typisch für den Fußball, dass zwei, drei Raketen im Berliner Block und die bengalischen Feuer den Einsatz der Sicherheitskräfte auslösten. Gut verpackte Polizisten bewachten danach zu hunderten den Block. Ringsum kontrollierte niemand, wie Düsseldorfer Anhänger völlig problemlos die Tribünen verlassen und in den Innenraum gelangen konnten. Nur deshalb konnten sie den Platz stürmen. Eine Konzentration der Einsatzkräfte und Ordner auf das gesamte Rechteck hätte das wohl vernindern können. Doch war es anscheinend ja wichtiger, die Berliner zu bewachen. Wie aber hätte die Polizei weitere Raketen aus diesem Block verhindern wollen, indem die lediglich geballt vor der Kurve stand?

3.) passierte nach dem regulären Abpfiff genau das, was im Falle von Aufstiegen eben passiert. Die Fans stürmten den Platz und feierten. Mit bengalischen Feuern auf dem Rasen. Der Kommentar des Reporters bei der Live-Übertragung im Fernsehen entpuppte natürlich ganz krass die kranke Denkweise: Waren es vorher noch “Chaoten”, die “die böse Fratze des Fußballs zeigten”, so waren es nun plötzlich “herrliche Bilder”, wie wir sie anscheinend lieben zu sehen. Doch was war anders? Wiederum stürmten Anhänger den Platz und feuerten Raketen ab. Nur war das Spiel jetzt eben beendet. Ansonsten aber passierte genau das Gleiche. Doch nun soll es die schöne Seite des Fußballs gewesen sein? Wir müssen dringend lernen, dass eine Fankurve in Neapel mit loderndem Licht nicht begehrenswerte südländische Begeisterung sein darf, wenn das selbe Bild zeitgleich in Deutschland für Hooligans stehen soll. Entweder ist Pyrotechnik im Stadion geil und erlaubt – oder eben verboten und schädlich.

4.) bedeuten die gezählten 87 bengalischen Feuer in Düsseldorf am Dienstagabend: Punktabzug ohne Ende für die Fortuna, die deshalb mit einem nicht mehr aufholbaren Minus-Kontostand in die Bundesliga starten MUSS: Nichts anderes kann der Verband machen, wenn er sich treu bleibt und das Beispiel des FC Schweinfurt 05 von vor zweieinhalb Jahren umsetzt. Damals bekamen die Schnüdel wegen eines einzigen bengalischen Feuers die Punkte vom Sieg gegen die Würzburger Kickers abgezogen. Der BFV unter seinem Präsidenten Dr. Rainer Koch griff damals hart durch. Jedes einzige, weitere Feuer hätte in Schweinfurt für seine Anhänger auch künftig dramatische Folgen. Gleichzeitig sehen die Fans des FC 05 im Fernsehen, dass es nun auch wieder in Düsseldorf an allen Ecken loderte – und garantiert wird das nichts ändern am Aufstieg der Fortuna.

5.) und weil wir gerade beim FC Schweinfurt 05 sind: Neulich beim Auswärtsspiel in Seligenporten wurden um die 20 Mitreisende von etwa der selben Menge an Einsatzkräften bewacht. Bei den Schnüdeln kommt schon lange auf einen jeden der harmlosen, teils minderjährigen Fans eine Sicherheitskraft. In und um Schweinfurt dürfte niemand so leicht eine Rakete in ein Stadion mitnehmen können. Jüngst in Düsseldorf schleppten die Anhänger anscheinend die Pyrotechnik von halb Nordrhein-Westfalen in die Arena. Wurde so lasch kontrolliert? Ist das bei Kulissen um die 50.000 Zuschauer vielleicht auch gar nicht so leicht machbar, alle Fans zu untersuchen? Mag sein, aber dann darf sich auch niemand wundern, wenn es bei so einer brisanten Partie brennt.

ANZEIGE:
Kanzlei Schauer
© 2fly4 - Alle Angaben ohne Gewähr!
Endzeiten der Events sind Schätzungen!

Mehr lesen:

Print article

1 KommentarKommentieren

  • columbo - 17. Mai 2012 Antworten

    Ja miho, da bin ich jetzt mal gespannt was der DFB (mit seinem Vizepräsident
    Dr. Rainer Koch ) für Sanktionen auspackt. Unser FC05 erhielt wegen eines
    einzigen Bengalos, hinter dem Zaun, am Boden auf der 1. Stufe, in der ca. 48.
    Minute, nach ca. 1 Minute wars aus, erledigt einen 6 Punkte Abzug (dann reduziert
    auf 3 Punkte) was uns die Relegation brachte. Hätte uns auch den Aufstieg
    kosten können.

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen