Hochwertige Wanderwege für das Schweinfurter Land: Bis 2015 soll das Netz optimiert und mit 15 „Wolkenwegen” ausgestattet werden
von mh
am 10. Juli 2012
in Kultur & Freizeit, Lokales, SLIDER
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LANDKREIS SCHWEINFURT – Gewandert wird im Landkreis Schweinfurt ja eigentlich schon immer. „Wandern wird aber immer beliebter”, weiß Landrat Harald Leitherer um einen zunehmenden Wirtschaftsfaktor. Und deshalb setzt der Landkreis nicht nur auf Radtouristen, sondern auch auf diejenigen Bürger und Gäste, die zu Fuß die Region erkunden wollen. Mit dem Leader-Projekt „Inwertsetzung Wandertourismus Schweinfurter Land“ erhält der Wandertourismus eine systematische Aufarbeitung des Wanderwegenetzes unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Wanderer. Den Förderbescheid der Leader-Förderstelle zur flächendeckenden Weiterentwicklung nahmen der Landrat und die Vertreter der Leader-Aktionsgruppe Schweinfurter Land e. V. nun auf dem Zabelstein entgegen, der mit seinem Turm trotz Randlage einer der zentralen Punkte im Wegenetz sein wird.
Ungefähr 15 so genannter „Wolkenwege”, Themenwege also mit fünf bis 15 Kilometern Länge sind geplant, mit jeweils einem „Point of Interest”, wie Walter Roth es ausdrückt. Der Wirtschaftsförderer des Landkreises nennt die Schlösser in Werneck oder Mainberg, den Ellertshäuser See, die Weinregion, die Auen im Mainbogen oder die Fähre in Wipfeld als weitere touristische Highlights, um die herum oder zu denen hin sich das Wandern lohnen kann. Optimiert werden soll das Wanderwegenetz. Der Lückenschluss und das Erschaffen zusätzlicher Verbindungen sind der Aktionsgruppe wichtig. Die Rede ist von einem Streckenkonzept, vernetzten Fernwanderwegen, einer übergreifenden Beschilderungssystematik, von einheitlichen Wegweisern und Markierungszeichen sowie Wanderinformationstafeln. Bestehende Strecken zwischen Spessart und Haßbergen, zwischen den Ausläufern der Rhön und dem Steigerwald sollen also geordnet werden.
...weiterlesen - nach einer ANZEIGE:Fast 320.000 Euro sind für das Gesamtprojekt veranschlagt, das bis 2015 abgeschlossen sein soll. Das Leaderprogramm der EU fördert mit 135.000 Euro. 178.000 Euro trägt der Landkreis Schweinfurt, rund 7.500 Euro die Gemeinde Oerlenbach aus dem Landkreis Bad Kissingen, die ja zur
Interkommunalen Allianz Oberes Werntal gehört. Der Markt Eisenheim, der zur Region Main Steigerwald zählt, ist dagegen von Kosten befreit. Mit fast 250.000 Euro sind die Beschilderung und die Wanderinformationstafeln der größte Kostenfaktor. Flyer, Broschüren und Wanderkarten wird es freilich auch geben, ebenso präsentiert sich das fertige Netz im Internet und wird dann vermarktet über die Tourismusvereinigung Schweinfurt 360°.
„Wir bräuchten halt hier oder da die eine oder andere Gastwirtschaft mehr”, weiß Landrat Harald Leitherer von eigenen, jüngsten Wandererfahrungen in der Wasserlosener Gegend. Auf den 475 Metern Höhe des Zabelsteins gleich neben dem 20 Meter hohen Aussichtsturm sorgte der Steigerwaldklub Gerolzhofen für Speis und
Trank im 2008 errichteten Lingmann-Haus. Dass sich ehrenamtlich tätigen Wanderfreunden, die auf seit Jahrzehnten bestehende Wanderwege verweisen, vielleicht die Nackenhaare aufstellen, wenn sie vom Vorhaben erfahren, kann Wolfgang Fuchs noch verstehen. Doch der der Leader-Manager für Unterfranken beruhigt: „Wir binden die Leute vor Ort ein, lassen sie mitreden und mitbestimmen. Wir greifen auf bestehende Gruppen zurück. Das bestehende Netz soll aufgewertet werden.” Rund 260 Kilometer an qualitativ hochwertigen Wanderwegen will man dann 2015 im Schweinfurter Land haben.
Unser Bild zeigt von links: den Geschäftsführer der Leader-Aktionsgruppe Schweinfurter Land e.V Konrad Bonengel, Wirtschaftsförderer Walter Roth, der Leader-Manager für Unterfranken Wolfgang Fuchs, Landkreis-Regionalmanager Ulfert Frey, Landrat Harald Leitherer, Schonungens Bürgermeister Stefan Rottmann, Karl-Heinz Suhl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt.
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